Hagen Schäfer erhielt den Dietrich-A.-Loeber-Preis
Hagen Schäfer, Tilman Plath und Henrik Dobewall haben beim 2. Deutsch-Baltischen Studienpreis die vorderen Plätze belegt. Sie erhielten Urkunden und Geldbeträge im Gesamtwert von 2.500 Euro im Rahmen des Festaktes zum 60. Bundestreffen der DBGes. Die Jury, bestehend aus Prof. Dr. Michael Garleff, Dr. Eckhart Neander, Gabriele von Mickwitz und Dr. Florian Anton, wählten ihre Aufsätze aus. Jana Bosse erhielt den Sonderpreis „70 Jahre Umsiedlung” des Engeren Vorstands.
Der Studienpreis erhielt zugleich einen neuen, klangvollen Namen: Als „Dietrich-A.-Loeber-Preis - Studienpreis der Deutsch-Baltischen Gesellschaft" erinnert er auch künftig an den großen deutschbaltischen Rechtswissenschaftler Dietrich A. Loeber (1923 bis 2004), dessen weit über die Grenzen der Juristerei hinaus weisendes wissenschaftliches und kulturelles Engagement immer im besten Sinne des Wortes interdisziplinär war.
Mit seiner herausragenden Arbeit unter dem sehr komplexen Titel „Historiographie eines imaginärenBaltikums und Psychogramm menschlicher Dissoziation. Das Prosawerk Fred von Hoerschelmanns" erreichte der Doktorand der Germanistik, Hagen Schäfer (Radebeul), den mit 1000 Euro dotierten ersten Preis. Die Jury vergab aufgrund der qualitativen Nähe beider Arbeiten keinen zweiten, stattdessen zwei dritte Preise mit jeweils 500 Euro für die Beiträge von Henrik Dobewall (z.Z. Reval/Tallinn) über „Selbst- und Fremdbilder in Estland - Werte und Zugehörigkeit" sowie Tilman Plath (Kiel) für „Die Arbeitseinsatzpolitik in Lettland 1941-1944 im Spiegel der Betroffenengruppen". Plath gehörte bereits 2008 zu den Preisträgern.
Anlässlich des 70. Jahrestages der Umsiedlung im Ausschreibungsjahr 2009 hatte die Deutsch-Baltische Gesellschaft einen Sonderpreis ausgeschrieben, den Jana Bosse (Berlin) mit ihrem Beitrag „Also irgendwie ist man doch Teil der ganzen Sache gewesen - Darstellung deutschbaltischer Zeitzeugeninterviews zur Umsiedlung" erhielt.
Auch in dieser zweiten Studienpreis-Ausschreibung gab es keine engen thematischen Grenzen. So beurteilte die Jury ein breites wissenschaftliches Feld - von historischen Arbeiten zu Estland und Lettland bis zu wirtschaftswissenschaftlichen und literarischen Themen. FA
2. Deutsch-Baltischer Studienpreis
der Deutsch-Baltischen Gesellschaft e.V. (Ausschreibung 2009)
Die Deutsch-Baltische Gesellschaft e.V., Dachverband von derzeit 24 deutsch-baltischen Organisationen in Deutschland, Estland und Lettland, bemüht sich um die kontinuierliche Information über die in mehr als 700 Jahren gewachsenen persönlichen, kulturellen und politischen Beziehungen der Deutschen insbesondere zu den baltischen Ländern. Sie will „Brücken bauen“ und damit die guten Beziehungen pflegen bzw. ausweiten. Sie will auch dem wachsenden Bewusstsein in Lettland und Estland für die eigene, über Jahrhunderte gemeinsam mit Deutschbalten erlebte Geschichte entgegen kommen. Eine wesentliche Komponente ist dabei die Verbindung von Historie und Gegenwart mit Blick auf eine gemeinsame Zukunft in Europa. Vor diesem Hintergrund lobt die Deutsch-Baltische Gesellschaft e.V. in Zusammenarbeit mit der Deutschbaltischen Studienstiftung und der Baltischen Landeskundlichen Sammlung den 2. Deutsch-Baltischen Studienpreis aus.
Teilnehmer
Die Ausschreibung richtet sich vor allem an ordentlich Studierende der Geisteswissenschaften sowie verwandter Wissenschaften im Hauptstudium sowie an derzeitige und frühere Doktoranden. Eine vorherige universitäre Bewertung der Arbeit ist nicht erforderlich. Sie sollte jedoch nicht vor 2007 abgeschlossen worden sein.
Thema und Umfang
Bitte wählen Sie sich selbst ein Thema und verfassen Sie – in deutscher Sprache – einen wissenschaftlichen Aufsatz im Umfang von nicht mehr als 20 Druckseiten. Zusammen mit einer kurzen Begründung Ihrer Motivation zur wissenschaftlichen Beschäftigung mit dem Baltikum senden Sie diesen bitte per Post an die Deutsch-Baltische Gesellschaft e.V. (Herdweg 79, 64285 Darmstadt). Ihre persönlichen Daten werden entsprechend den Bestimmungen des Datenschutzes vertraulich behandelt.
Sonderpreis „Umsiedlung“
Anlässlich des 70. Jahrestages der Umsiedlung der Deutschbalten aus Estland und Lettland im Jahr 1939 wird ein Sonderpreis für eine Studienarbeit vergeben, die sich speziell mit diesem Thema auseinandersetzt.
Einsendeschluss
Einsendeschluss für die vollständigen Unterlagen ist der 30. September 2009. Bitte senden Sie Ihre Unterlagen ausschließlich per Post (DBGes. e.V., Herdweg 79, 64285 Darmstadt). Im Anschluss entscheidet eine unabhängige Jury.
Veröffentlichungsrechte
Mit dem Einsenden des Aufsatzes erlauben die Teilnehmer dem Auslober die Veröffentlichung für eigene Zwecke im Zusammenhang mit der Präsentation des Studienpreises sowie die Archivierung in der öffentlich zugänglichen Bibliothek (Baltische Landeskundliche Sammlung).
Preise
Die drei besten Einreichungen werden mit Geldpreisen ausgezeichnet, Höchstbetrag 1000,- Euro. Der Sonderpreis „Umsiedlung“ ist mit 500,- Euro dotiert. Alle Teilnehmer erhalten eine Urkunde. Die Jury teilt die Preissumme in Höhe von insgesamt 2.000,- Euro selbständig auf.
Fragen zum Studienpreis 2009 werden von Florian Anton, Mitglied des Engeren Vorstandes der (DBGes. e.V., Herdweg 79, 64285 Darmstadt) bzw. unter f.anton@deutsch-balten.de beantwortet.
FAQ
In welcher Sprache sollen die Arbeiten abgegeben werden? Ausschließlich Deutsch.
Die Arbeit wird kurz nach dem Termin fertiggestellt, gibt es eine Nachfrist? Zum Einsendetermin muss das Exposè vorliegen. Spezifische Absprachen treffen Sie bitte mit dem Verantwortlichen, Herrn Florian Anton. Ein Rechtsanspruch auf Annahme einer unvollständig eingereichten Bewerbung wird jedoch nicht eingeräumt.
1. Deutsch-Baltischer Studienpreis vergeben
In welchen Fachbereichen beschäftigen sich junge Wissenschaftler eigentlich intensiv mit dem Baltikum? Auch mit dieser Frage hat die Deutsch-Baltische Gesellschaft gemeinsam mit der Baltischen Landeskundlichen Sammlung und der Baltischen Studienstiftung einen Preis ausgeschrieben. Einziges Kriterium: Die Aufsätze mussten sich mit den baltischen Ländern befassen.
Das Interesse überraschte alle, denn es gingen 20 Aufsätze ein. Natürlich war Geschichte umfangreich vertreten, aber auch Sozialstudien, aktuelle politische und literaturwissenschaftliche Themen. Die Aufsätze kamen von Studierenden und Doktoranden aus Deutschland, Estland, Finnland, Italien und Lettland. Die Jury bestand aus drei Wissenschaftlern, Dr. Indrek Jürjo (Reval/Tallinn), Prof. Dr. Peter Krupnikow (Neubiberg), Prof. Dr. Ilgvars Misans (Riga), sowie Vertretern der ausschreibenden Organisationen, Uta Angerer (Frankfurt) für die Landeskundliche Sammlung, Gabriele von Mickwitz (Lüneburg) für die Studienstiftung und Dr. Eckhart Neander (Braunschweig) für die DBGes.
Am Ende überzeugten drei Arbeiten gleichermaßen, deshalb wurde kein erster Preis vergeben, bzw. der zweite und dritte Preis höher dotiert. Stefan Donecker, derzeit in Florenz tätiger, österreichischer Doktorand der Geschichte, und Tilman Plath, Student der Geschichte in Kiel und Riga, („Juden unter Ulmanis“) freuten sich über jeweils 750 Euro Preisgeld, während die frisch graduierte Kultur- und Medienwissenschaftlerin Sabina Ihrig 350 Euro für ihre Arbeit zum Dokumentarfilm im okkupierten Sowjet-Lettland erhielt. Alle drei Arbeiten überzeugten auf ihre Weise - durch gründliche Recherche, umfangreiches Literatur- und Quellenstudium sowie die Originalität der Themenwahl.
Alle Siegerbeiträge erscheinen im Baltischen Jahrbuch 2009. Die DBGes. würdigte darüber hinaus literaturwissenschaftliche Arbeiten aus Estland und Lettland mit jeweils 250 Euro: Aija Sakova aus Dorpat/Tartu für „Schreiben als Erinnern“ und Lasma Gibiete (Riga) für ihr Porträt von Zenta Maurina. (fa)